Rund 40 Landwirte besichtigen Stallneubauten des Betriebs Weiß
Wie moderne Schweinehaltung funktionieren kann

Schweinestall von außen

© Ulf Felgenhauer / AELF Coburg-Kulmbach

Die Schweinehaltung im Dienstgebiet des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach ist seit Jahren rückläufig. Allein im Landkreis Lichtenfels hat sich die Zahl des Schweinebestands von 2019 bis 2024 um ein Viertel reduziert.

Wie die Schweinehaltung trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes noch ein zukunftsfähiger Betriebszweig sein kann – darüber informierten sich rund 40 interessierte Landwirte bei der Besichtigung eines Stallneubaus des Betriebs Weiß im Bad Staffelsteiner Stadtteil Wolfsdorf (Landkreis Lichtenfels) im Juni 2026.

Herausforderungen aufgrund sich ändernder Vorgaben

Kurz vor der Fertigstellung und Inbetriebnahme ihres neuen Stalles organisierten Berater des AELF Coburg-Kulmbach zusammen mit dem Bauberater Rainer Mense vom AELF Bayreuth-Münchberg eine Besichtigung für interessierte Ferkelerzeuger. Aufgrund der bevorstehenden Änderung im Deck- und Abferkelbereich stellt sich für viele Betriebe die Frage, welche Lösungen zukunftsfähig, praktikabel und bezahlbar sein könnten.
Vor Ort beantworteten zudem Betriebsleiter Georg Weiß, Vertreter der Baufirma Gillig und Keller und Ringberater des Fleischerzeugerrings die Fragen der Anwesenden. Während des Baus mussten sich alle Beteiligten immer wieder an die sich ändernden Bestimmungen und Rahmenbedingungen anpassen. Eine besondere Herausforderung war, die Vorgaben in Bezug auf Tierwohl einzuhalten.

Voll klimatisierter Stall mit großzügigem Platzangebot

Der neue Stall von Georg Weiß umfasst die Bereiche Abferkeln, Decken, Warten und Jungsauen. Die Ferkelaufzucht wird dann in die bestehenden Ställe eingebaut. Der voll klimatisierte Stall ist beispielsweise mit Schiebern unter den Spalten ausgestattet, so dass auch mehr organisches Beschäftigungsmaterial problemlos eingesetzt werden kann. Die Abferkelbuchten sind mit 8,5 Quadratmetern je Bucht groß genug, um die höheren Tierwohlanforderungen zu erreichen.
Obwohl der am Anfang der Grillsaison gerade wieder auf 1,50 Euro gesunkene Schweinepreis nicht gerade für Investitionslaune gesorgt hat, nutzten die Landwirte trotzdem den Tag für einen guten fachlichen und persönlichen Austausch.