Variante 6
Wiederbewaldungsparcours - Stieleiche mit Winterlinde

Luftbild einer Pflanzfläche mit Stieleiche und Winterlinde

Luftbild der Pflanzfläche (© AELF CK)

Das Nelderrad als „Fettauge auf der Suppe“ - die Stieleiche kommt in ganz Deutschland natürlicherweise vor. Auf­grund ihrer großen klimatischen und standörtlichen Bandbreite ist die Stieleiche für den Klimawandel gut gewappnet.

Die Stieleiche ist, wie alle Eichenarten, lichtbedürftig und sollte ab dem Jahr der Pflanzung intensiv begleitet werden.

Der Winterlinde kommt bei dieser Variante die sogenannte „dienende Funktion“ zu. Durch das Wuchsverhalten beeinflusst die Winterlinde die Qualität der Stieleiche positiv und überwächst diese nicht. Um die große Zahl an Freiflächen vor dem Hintergrund begrenzten Pflanz­gutes und Arbeitskraft schnellstmöglich wieder aufzuforsten, gilt es vor­handene Ressourcen effizient zu nutzen.
Das Nelderrad ermöglicht die truppweise Beimischung von Zielbaumarten mit Wertholzerwartung unter Verwendung von geringen Stückzahlen. Vorteile dieses Verfahrens sind der geringe Pflanzenbedarf und Pflegeaufwand. Das Verfahren sieht vor, dass die zukünftige Zielbaumart („Spieler“) mit der dienenden Schattbaumart („Trainer“) umgeben wird. Letztere unterdrückt das unerwünschte Astwachstum im unteren Stammbereich der Zielbaumart. Auf diese Weise entsteht ein qualitativ hochwertiges astfreies Holz. Die angegebenen Baumabstände innerhalb des Nelderrades sind auf die Wuchsdynamik abgestimmt und reduzieren den Pflegeaufwand. Diese Variante zielt darauf ab, durch kleinflächige Einbringung zukunfts­fähige Baumarten auf der Fläche zu etablieren. In den unbehandelten Bereichen zwischen den Nelderrädern sollen sich weitere Mischbaumarten aus Naturverjüngung einstellen. Die ausgebrachten Trupps entsprechen somit den „Fettaugen auf der Suppe“.

Die Variante im Detail vorgestellt

Pflanzskizze

Pflanzskizze: Genaue Beschreibung steht unterhalb der Skizze
  • Anteile: 25 % Stieleiche, 75 % Winterlinde
  • Mischung: Nelderrad
  • Pflanzenbedarf: 33 Stück je Nelderrad, bei 10 Nelderrädern 330 Stück je Hektar

Beispielhafte Kalkulation der Förderung

Im Folgendem ist eine beispielhafte Rechnung für eine Pflanzfläche dieser Variante unter Berücksichtigung der folgenden Angaben dargestellt:

  • Pflanzverband: Nelderrad
  • Angaben auf 1 Hektar gerechnet
  • Bruttopreise
  • Die Zuschläge bei den Förderungen variieren je nach Baumart, Pflanzmaterial, Schutz, Lage, Waldbesitzer oder Vorarbeiten.

Investition

Stieleiche (80 Stück)
PositionKosten/EinheitSumme
Kosten1,50 €120 €
Wuchshilfe6,00 €480 €
Pflanzung1,00 €80 €
Gesamt680 €
Winterlinde (250 Stück)
PositionKosten/EinheitSumme
Kosten1,50 €375 €
Wuchshilfe6,00 €1.500 €
Pflanzung1,00 €250 €
Gesamt2.125

Summe/Gesamtinvestition: 2.805 €

Förderzuschuss

Stieleiche (80 Stück)
PositionKosten/EinheitSumme
Förderung2,50 €200 €
Zuschlag2,33 €186 €
Gesamt386 €
Winterlinde (250 Stück)
PositionKosten/EinheitSumme
Förderung2,50 €625 €
Zuschlag2,43 €608 €
Gesamt1.233 €

Summe/Gesamtzuschuss: 1.619 €

Eigenanteil

Somit ergibt sich folgender Eigenanteil:
Gesamtinvestition2.805 €
Förderzuschuss1.619 €
Eigenanteil1.186 €

Luftbilder

Weitere Informationen

Für detaillierte Informationen zu den Baumarten können Sie sich über den Baumexperten oder die Praxishilfen Klima-Boden-Baumartenwahl der LWF informieren. Für ein Beratungsgespräch kontaktieren Sie bitte Ihren zuständigen Revierleiter.